Bilanz und Ausblick: Unsere Bürgermeisterin Johanna Obojes-Rubatscher im Interview.
Frau Bürgermeisterin, was ist dein Lieblingsplatz im Dorf — und warum?
Johanna Obojes-Rubatscher: Wenn ich von der Arbeit in der Gemeinde nach Hause komme und so richtig ausgepowert bin, mache ich noch gern eine Runde in Richtung Fußballplatz hinaus. Dort gibt’s schöne kleine Wege, dort treffe ich nette Leute, mit denen ich ein Gespräch führen kann. Und was mir ganz wichtig ist: Es ist ruhig und man hat einen herrlichen Blick auf das Dorf, auf den Rosskogel, das Rangger Köpfl. Und dann denke ich mir: Es ist einfach wunderbar, für Oberperfuss arbeiten zu dürfen.
Was ist denn das Schöne an der Arbeit der Bürgermeisterin von Oberperfuss?
Es ist der Ort, an dem ich schon seit fast 40 Jahren mit meinem Mann lebe, der Ort, an dem unsere Kinder aufgewachsen sind. Und es ist der Ort, an dem ich mich für die Menschen nützlich machen und mich um ihre Sorgen und Nöte kümmern kann.
Wobei nicht alles, was an die Bürgermeisterin so herangetragen wird, auch wirklich immer ihre Angelegenheit ist.
Das stimmt so nicht. Mag sein, dass manches objektiv eine Kleinigkeit ist. Aber für den Menschen, der das Problem hat, ist es wichtig. Also nehme ich es auch wichtig.

Was ist das Bedeutendste, was du in den ersten sechs Jahren als Bürgermeisterin für das Dorf erreicht hast?
Da fallen mir viele Punkte ein: Zum einen die Kinderbetreuung. Wir haben eine Krippe für die ganz Kleinen sowie einen Hort für die Schulkinder neu eingerichtet und mehr Kindergartenplätze geschaffen. Genauso wichtig war es, dass wir endlich leistbaren Wohnraum für junge Familien schaffen konnten. Darauf hat das Dorf viele Jahre warten müssen. Als dann endlich zuerst der Spatenstich und dann die Schlüsselübergabe war — das sind ganz, ganz große Momente im Leben einer Bürgermeisterin. Da spürt man, dass unser Dorf lebenswert und zukunftsfähig ist.
Man merkt in solchen Momenten, dass man tatsächlich etwas weiterbringen kann?
Auf jeden Fall!
Bürgermeisterin zu sein, ist kein Beruf, den man irgendwo trainieren kann. Man kandidiert für das Amt, wird am Wahlabend plötzlich ins kalte Wasser geworfen und muss auf der Stelle zu schwimmen beginnen. Was war die wichtigste Lernerfahrung deiner ersten Amtszeit?
Ich habe jedenfalls gelernt, Geduld zu haben. Manche Projekte brauchen eine Zeit der Entwicklung und Reife, damit sie letztlich zu etwas Gutem für das Dorf werden können. Und auch zu einer großen Freude für mich persönlich.
Was hat dich in den vergangenen sechs Jahren am meisten gefreut?
Zu spüren, dass einem die Menschen Vertrauen entgegenbringen und sich der „Amtsperson“ öffnen, macht mich glücklich. Die Möglichkeit, mit vielen, vielen Oberperferinnen und Oberperfern in Kontakt zu kommen und — ich muss es noch einmal betonen — etwas für sie bewirken zu können, ist etwas Wunderbares.

Und was hast du dir konkret für die kommenden sechs Jahre vorgenommen?
Wir haben mit Oberperfuss Aktiv mittlerweile viel Erfahrung gesammelt und wissen, was zu tun ist, damit sich in unserem Dorf alle Menschen wohlfühlen. Wir müssen zum Beispiel die Kinderbetreuung noch weiter ausbauen, neue Räumlichkeiten dafür schaffen. Wir planen auch Räume für eine Seniorenstube und einen offenen Jugendtreff. Gerade jungen Leuten die Möglichkeit anzubieten, sich zwanglos zusammenzusetzen, ist mir ein Herzensanliegen. Ganz wichtig ist aber auch die Infrastruktur: Wir müssen das Kanalnetz weiter sanieren und ausbauen und die Oberflächenentwässerung vorantreiben, das ist eine große finanzielle Herausforderung. Die riesigen Probleme, die wir mit den schrecklichen Unwettern im Jahr 2015 hatten, sind uns allen noch lebhaft in Erinnerung. Das müssen und werden wir in den Griff kriegen.
Warum bist du eine gute Bürgermeisterin?
Ob ich das bin, müssen die Wählerinnen und Wähler entscheiden. Ich kann nur sagen, wie ich das Amt verstehe und ausübe: Eine der wichtigsten Fähigkeiten ist meiner Meinung nach jene, zuhören zu können, Zwischentöne wahrzunehmen und sich ein umfassendes Bild über die jeweilige Sachlage zu machen — und dann aber, das ist mindestens genauso zentral, die entsprechenden Entscheidungen zu treffen und dazu zu stehen.
Wo siehst du Oberperfuss in sechs Jahren? Was ist deine Vision für das Dorf?
Vision ist ein großes Wort, aber unser Dorf hat es verdient, dass wir gemeinsam eine Vision entwickeln. Ich persönlich möchte es so formulieren: Es ist egal, ob man jung oder alt ist, welchen Beruf man hat oder welche politische Meinung man vertritt. Was am Ende zählt und das, was uns alle verbindet, ist: Wir sind stolz auf unser Oberperfuss und haben es richtig gern!
5 Kommentare bei “Unser Dorf hat eine Vision verdient!”
Kompliment & weiterhin viel Erfolg
sagt:Ich denke man kann uns OberperferInnen zu so einer engagierten, konstruktiven Bürgermeisterin nur gratulieren.
Viel Erfolg weiterhin und ich hoffe darauf, dass auch die Mandatszahl zunimmt.
Utinam aliquis poenitet in futurum
sagt:Die Bürgermeisterin kommt sympatisch, engagiert rüber – ich denke auch, dass Sie meist sehr kompetent agiert – aber jedenfalls im Gemeinderat ein sehr konstruktives Klima die letzten 6 Jahre erreicht hat.
Leider wird das jetzt in der Wahlauseinandersetzung vom Gemeindevorstand David Hueber auf’s Spiel gesetzt – da denke ich noch gar nicht an seine Vergesslichkeit was sein Abstimmungsverhalten zur Parkgebühr in Stiglreith betrifft.
Der „Dave“ ist sonst gar nicht so patzig – als Gemeindevorstand die letzten 6 Jahre vollkommen unauffällig – fast könnte man sagen inexistent – vermutlich ist er sehr schlecht beraten und früher oder später wird ihm diese Phase seines Lebens selbst sehr leid tun.
Der Wähler
sagt:Ein schönes Interview Johanna! Wer in den vergangenen sechs Jahren mit Dir zu tun gehabt hat, kann sicher bestätigen wie authentisch und ehrlich Deine Aussagen sind.
Mir persönlich tut es Leid, mit welchen Mitteln jetzt von Seiten der größten „Oppositionspartei“ versucht wird Stimmen zu ergattern. Dabei muss ich zugeben, dass ich sie bei der letzten Wahl noch selber gewählt habe. Aber das war dann wohl eine verlorene Stimme, weil jahrelang wenig bis nichts von ihnen gekommen ist. (So zumindest mein Eindruck – und ich bin an der Dorfpolitik durchaus interessiert) Jetzt so zu tun, als wäre alles was Oberperfuss mit seiner Bürgermeisterin in den Jahren zusammen gebracht hat wenig wert, halte ich schlicht für respekt- und niveaulos! Plötzlich zu glauben alle Antworten zu kennen und diese in den politiküblichen Floskeln verpackt zu servieren, zeigt mir wenigstens für wie dumm sie mich als Wähler halten. Danke! Auch das ist eine wichtige Entscheidungshilfe bei der Wahl.
Stimmung im Dorf - so was von eindeutig PRO Johanna
sagt:Also ich stelle fest, das jede/r GesprächspartnerIn im Ort eindeutig die Johanna als weitere Bürgermeisterin sehen möchte. Ihre Arbeit ist konkret, konstruktiv und real.
Dass man/frau sich damit nicht nur Freunde macht – ist inbesondere in Bausachen normal – eine Mitbewerberliste kann ja als Sammelbecken der Schwarzbauten der letzten 6 Jahre bezeichnet werden.
Jeder Nachbar kann froh sein, wenn die Bürgermeisterin als Baubehörde hier nicht tatenlos zuschaut.
Diesen Mut und die entsprechende Courage hat die Bürgermeisterin gezeigt – und daher sind manche dieser „Schwarzbauer“ inkl. deren geschäftstüchtigen Planern ja so verärgert.
Martin Seidner
sagt:Liebe Gemeindepolitikinteressierte,
nachdem hier ja vielfältigste Äußerungen, Meinungen und Standpunkte vertreten sind, lade ich alle ein, alle offenen Fragen persönlich am Freitag 26.02.2016 bei unserer Diskussionsveranstaltung vom OBERPERFER DORFBLATT im Mehrzwecksaal den SpitzenkandidatInnen zu stellen.
Ich freue mich auf euren konstruktiven Diskussionsbeitrag am Freitag
Martin Seidner